Wreck Pr0n: Engineer Guy

Der amerikanische Professor Bill Hammack lässt es uns genau wissen:

Woraus besteht der Haus­müll, wie funk­tioniert ein Foto­kopierer, warum brennen Streich­hölzer? Den Ant­worten nähert er sich auf sehr unortho­doxe und humor­volle Weise, hinter­lässt dabei jedoch meist Chaos und Zer­stö­rung. Seine Filme und Radio­shows sind mehr­fach mit Wissen­schafts- und Journalis­mus­preisen aus­ge­zeichnet.

Beachtens­wert auch, dass er bei seinen Verwüstungs­orgien meist auf Kids, don’t try this at home! verzichtet*. Offen­sicht­lich geht er davon aus, dass sich nur vernunft­begabte Menschen seine Sendungen an­sehen. Das wird nur so lange klappen, bis irgend­ein Depp seinen Foto­kopierer mit Hammer und Säge zerlegt und darauf­hin eine Klage anstrengt…

Ideensex

Der Erfolg des Homo Sapiens im Kampf um die Vor­herr­schaft auf diesem Planeten ist laut Matt Ridley haupt­sächlich auf die Fähig­keit zurück­zu­führen, eigene mit fremden Ideen zu noch brauch­bareren Konzep­ten zu ver­schmel­zen. Zu all­seitigem Nutzen.

Neben dieser interes­santen Vor­stellung kamen bei mir zwei Gedanken auf: Nicht nur ich sollte mir wieder einmal mehr vor Augen führen, wer alles an der Ent­stehung auch der un­schein­barsten Gegen­stände beteiligt ist, es an­gemessen wert­schätzen und ent­sprechend um­sichtig handeln.

Und ob die Ideen des Finanz­markt-Kapitalis­mus nach diesem Konzept zur mensch­lichen Weiter­entwick­lung taugen, möchte ich stark an­zweifeln! Die sind doch eher selten auf eine Win-Win-Situa­tion ausgelegt.

Kaprekars Konstante

Wikimedia Commons: Möbius-Schnecke, User:FropuffDie Zahl 6174 sieht unspekta­kulär aus. Doch wenn man die aus diesen vier Ziffern gebildete kleinste Zahl 1467 von der ent­sprechend gebildeten größten Zahl 7641 sub­trahiert, so erhält man… wieder die Zahl 6174!

Man nehme nun eine beliebige vier­stellige Zahl mit mindestens zwei unter­schiedlichen Ziffern und schubst sie rekursiv durch diesen Algorithmus. Nach spätes­tens sieben Durch­läufen landet man wieder bei der 6174!

Der Algorithmus geht zurück auf den indischen Mathe­matiker Kaprekar, und des­wegen wird die Zahl 6174 auch Kaprekars Kon­stante genannt.

Höre ich da aus der geneigten Leser­schaft “Grenz­nerdiges Halb­nutz­wissen, das!”? Ich hatte Leistungs­kurs Mathe. Ich darf das gut finden!

Nationallizenzen

The Goldsmiths-Kress Library of Economic Literature (via Verbundzebtrale des GBV): Titelbild "New-England's Prospect", William Wood, 1639Ein Projekt, dem leider viel zu wenig Beachtung geschenkt wird:

Die Deutsche Forschungs­gemeinschaft finanziert seit 2004 den Erwerb von National­lizenzen für elektronische Medien. Klingt abstrakt, beinhaltet jedoch einen unermesslichen Schatz für historisch Interessierte.

Bedeutende Biblio­theken in Deutsch­land haben Verträge mit Verlagen und Fach­gesell­schaften ausgehandelt, um deren digital­isierte Werke ihren meist kosten­pflichtig registrierten Mitgliedern (Wissen­schaftlern, Studenten etc.) für Recherche­zwecke zur Verfügung zu stellen.

Die DFG hat sich damals mit einigen Fach­bibliotheken zusammen­getan, um Institutionen und auch wissens­durstigen Privat­personen eine umfang­reiche Auswahl historisch-wissen­schaft­licher Literatur kosten­frei zugänglich zu machen.

Beispiel gefällig? Wood, William. New-England’s prospect. 3rd ed. London, 1639; 1764.

Großartig. Und spannend!

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