Mars500 - warum in die Ferne schweifen?

Wikimedia Commons: Soap Bubble, User: brokenchopstickWarum will der Mensch unbedingt den eigenen Fuß auf fremder Planeten Oberfläche setzen? Anfällig, wie er nun einmal ist, muss er höchst aufwändig vor der lebensfeindlichen Umgebung außerhalb von Raumanzug und -schiff geschützt werden. Von der psychologischen Belastung ganz zu schweigen.

Demnächst wollen Wissenschaftler eine komplette Marsmission simulieren: Mars500 nennt sich das Projekt, das im Sommer 2010 starten soll und sechs Crewmitglieder auf den gefühlt 300 Millionen Kilometer langen Rundkurs schickt.

So sehr mich das auch fasziniert: Eigentlich müssten wir uns mehr um den Dreck vor unserer Haustür kümmern. Die lebensfeindliche Umgebung kommt vielleicht schneller, als uns lieb sein kann…

Goldgräberstimmung am Mondike

Wikimedia Commons: Rakete, User: rplPräsident Obama streicht einen der Grundpfeiler amerikanischen Selbstwertgefühls zusammen: Das US-Raumfahrtprogramm. Im September wird voraussichtlich das letzte Shuttle abheben, danach werden die verbliebenen drei Shuttles stillgelegt. Das staatlich finanzierte Nachfolgeprogramm Constellation wird eingestampft. Die damit freiwerdenden Gelder sollen in Grundlagenforschung sowie die Unterstützung privater Raumfahrtunternehmen fließen.

Sollte das mit der privaten Weltraumfahrt gelingen, dürfte Obama wohl zu einem Visionär der modernen Weltraumfahrt stilisiert werden. Ich hege dabei die Hoffnung, dass privatwirtschaftlich investierte Millionen effizienter eingesetzt werden als staatlich verwaltete Milliarden.

Allerdings befürchte ich stark, dass auf Grund von Gewinnoptimierungen in zwanzig Jahren Mindestlöhne und Sicherheitsstandards für Mondminenarbeiter erstritten werden müssen.

Wreck Pr0n: Biosphäre 2

biosphere2_noah_sheldon.pngDie Biosphäre 2, ein 200-Millionen-Dollar-Projekt des Milliardärs Ed Bass, sollte in den 1990er Jahren Aufschluss darüber geben, wie Menschen innerhalb eines in sich geschlossenen Systems (über-)leben können.

Zunächst forschten acht Missionsteilnehmer für zwei Jahre in der hochtechnisierten Anlage. Eine zweite Mission stand unter einem schlechten Stern und wurde vorzeitig nach nur sechs Monaten abgebrochen. Danach gaben sich die Eigentümer Space Biosphere Ventures, die New Yorker Columbia Universität sowie die Universität von Arizona die Klinke in die Hand.

Der Fotograf Noah Sheldon hat sechzehn Jahre nach Ende der zweiten Mission den verwilderten Zustand dokumentiert.

Mit einem Dewey wäre das nicht passiert…

Apollo 1011

Wiki Commons: Jules Verne, Von der Erde zum MondDie NASA hat Wernher von Brauns Notizen zum Raumfahrtprogramm über Jahrzehnte archiviert. Offline bisher.

Zum 40. Jubiläum der Mondlandung plant die NASA, seine Zeichnungen, Kommentare, Anweisungen und Berichte zu digitalisieren und sie (hoffentlich nicht nur) Wissenschaftlern online zur Verfügung zu stellen.

Ein löblicher Vorsatz! Hat sich die NASA doch in den vergangenen Jahren weniger mit Ruhm bekleckert, was die Archivierung ihrer Datenbestände angeht.

Glücklicherweise haben sich wohl - wie passend zum Jubiläum - die Originalaufnahmen von Armstrongs und Aldrins Außendreh wieder angefunden.

Regel 101 der 100 Rules of NASA Project Management: No job is finished, until the paperwork is done!

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