Wreck Pr0n: Fort Jefferson

Wikimedia Commons: Fort Jefferson at the Dry Tortugas, U.S. National Park ServiceIch habe ein Faible für Mikro-Nationen: Leben auf autarken Bohr­inseln, umge­bauten Tankern (ja, wie in Water­world, nur auf­geräumter) oder kleinen, sturm­umtosten Felsen in the middle of nowhere.

Fort Jefferson im Dry-Tortugas-National­park wäre so ein Kandi­dat: Am aller­äußersten Zipfel der Florida Keys gelegen, gilt dieser National­park als ein­samster und seltenst besuchter Park der USA. Auf einer der sieben Insel­chen wurde Mitte des 19. Jahr­hunderts diese Festung er­richtet, um die südliche Küsten­linie zu sichern. Aufgrund tech­nischer, klima­tischer und finan­zieller Unzuläng­lichkeiten diente sie aber eher als Gefäng­nis, Quarantäne­station, Vogel­reservat und schließ­lich Touristen­attraktion.

In Anbetracht steigender Meeres­spiegel wäre aller­dings ein Koloni­sation sowieso nur kurz­fristig.

Wreck Pr0n: Abandoned Theaters

(C) Julia Solis, www.abandonedtheaters.comEinen herrlich morbiden Charme verströmen die Fotos von Julia Solis. Über Jahre hinweg hat sie unter anderem verfallene Säle, Kinos und Theater aufgespürt und nun die Aufnahmen in der Serie Stages of Decay veröffentlicht.

Egal, ob verspielt elegant, klinisch kalt oder sachlich modern: Kein Saal konnte Gnade finden vor dem Zerfall, waren die Menschen erst verschwunden. Manchmal reicht vermeintlich nur ein Fingerschnippsen, und die Klappsessel senken sich quietschend, der Vorhang gleitet raschelnd auf, dunkel wird’s und Bernardo krächzt “Wer da?”.

Ein Vorgeschmack auf das, was im Zuge klammer Kassen allen unseren Kulturstätten droht? Ich werde mal wieder ins Theater gehen…

Wassergekühlte Einzylinder

Wikimedia Commons: Windtower DubaiIch mag sie einfach nicht: Heiße Sommer mit dauerhaft über dreißig Grad. Wenn ich durch pure Existenz ins Schwitzen gerate. Und mein Körper alle Energien darauf verwendet, seine Eiweißverbindungen beieinander zu behalten.

Manchmal, im Urlaub jenseits der europäischen Wasserscheide, gab es schweres, technisches Gerät zur Unterstützung: Klimaanlagen! Kalt, laut, ungemütlich.

In Wüstenländern beispielsweise kühlt man seit Jahrhunderten sanft und ökologisch mit Windfängern. Genial einfach, schick und umweltfreundlich. Ständiger Wind erzeugt einen Unterdruck, der wassergekühlte Luft aus dem Kellergewölbe ins Haus saugt. Leider wird diese Technik immer mehr durch teure Klimaanlagen abgelöst.

Bisweilen ist der Fortschritt dann doch eher ein Rückschritt.

Phantastische Fontänen

Louis XIV. im Garten von Versailles, 1713Angeregt durch den Film Marie Antoinette stellte sich mir folgende Frage: Wie wurden die absolutistischen Wasserspiele angetrieben?

Davon ausgehend, dass Versailles (141m über NN) auch damals nicht unterhalb des Grundwasserspiegels lag, schien mir eine artesische Brunnenlösung kaum in Frage zu kommen.

Die stromgetriebenen Wasserpumpen waren erst ab Mitte des 19. Jahrhunderts zu erwarten, und Papins dampfgetriebene Wasserpumpe zeigte zu Zeiten Marie Antoinettes noch erhebliches Verbesserungspotenzial (sein Dampfdruck-Kochtopf war ungleich erfolgreicher).

Das Netz offenbart letztendlich eine frühneuzeitliche Anlage phantastischer Maschinenbaukunst: Die Maschine von Marly galt seinerzeit als Weltwunder des technisch Machbaren!

Nährboden für einen historischen Roman! Wenn ich einmal Zeit habe…

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