Vertrauensvorschuss

"Le avventure di Pinocchio, storia di un burattino", Carlo Collodi, Bemporad & figlio, Firenze 1902

Wiki­me­dia: Carlo Col­lodi (PD)

Das Pro­blem der Bericht­er­stat­tung um den Pakistan-Einsatz der Ame­ri­ka­ner? Egal, was sie sagen, es klingt alles schon im Ansatz nach Lug und Trug. Andert­halb Fak­ten kann ich denen durch­ge­hen las­sen: Sie haben in Pakis­tan ihr Feu­er­werk ver­an­stal­tet, und even­tu­ell ist Osama tat­säch­lich tot.

Hät­ten die Ame­ri­ka­ner einen guten Leu­mund, hät­ten sie sich in den Jah­ren zuvor um Auf­rich­tig­keit, Men­schen­rechte und inter­na­tio­nal sozi­al­ver­träg­li­ches Mit­ein­an­der ver­dient gemacht, ich würde ihnen diese und andere Geschich­ten wohl glau­ben, die sie die­ser Tage auf­ti­schen. Die­ser Ver­trau­ens­vor­schuss ist jedoch fak­tisch aufgebraucht.

Ent­spre­chend sind alle Dis­kus­sio­nen über den Ablauf die­ses Hand­streichs obso­let und allen­falls von phi­lo­so­phi­scher Natur.

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Dünnes Zivilisationsdeckchen

Bodysuit

Wiki­me­dia: User:Safedom (CC-BY-SA 3.0)

Napozy und Ber­lus­sini wol­len die euro­päi­sche Rei­se­frei­zü­gig­keit ein­schrän­ken, um afri­ka­ni­sche Flücht­linge vom gelob­ten Land fern­zu­hal­ten. Dabei wol­len die haupt­säch­lich der bit­te­ren Armut ent­flie­hen, in die sie von neo­li­be­ra­len Inves­to­ren und Frei­han­dels­an­be­tern der ers­ten Welt getrie­ben wur­den (dem inter­es­sier­ten Leser sei hier­mit die Doku Dritte Welt im Aus­ver­kauf von arte sehr ans Herz gelegt).

In Deutsch­land reden viele (dar­un­ter erschre­cken­der­weise sehr oft eben keine bil­dungs­fer­nen) Men­schen Brand­stif­ter Sar­ra­zin nach dem Schand­maul. Zuviele Migran­ten, zuviele Kopf­tü­cher, zuviele Schma­rot­zer. Das wird man ja wohl noch sagen dür­fen. Das ist schließ­lich Deutsch­land hier!

Denkt jeder an sich, ist letzt­lich an alle gedacht.

Zum Kot­zen!

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Aachen — Hamburg: 25,50 Euro

Zugunglück am Gare Montparnasse, Paris, Frankreich, 1895.

Wiki­me­dia: Stu­dio Lévy and Sons, 1895 (PD)

Möchte ein Bus­un­ter­neh­men in Deutsch­land eine natio­nale Fern­ver­kehrs­li­nie ein­rich­ten, so muss es zunächst gem. §13 PBefG der zustän­di­gen Geneh­mi­gungs­be­hörde glaub­haft ver­mit­teln, dass diese Bus­li­nie ein ent­spre­chen­des Ange­bot der Deut­schen Bahn auf die­ser Stre­cke wesent­lich ver­bes­sern würde (als ob das so schwie­rig wäre). Das gilt seit 1961, wobei die­ser Para­graph schon 1931 der Reichs­bahn gute Dienste geleis­tet hat.

Das junge Star­tup DeinBus.de nutzt eine Geset­zes­lü­cke, indem es kei­nen regu­lä­ren Lini­en­dienst, son­dern eine preis­lich äußerst attrak­tive Rei­se­bus­mit­fahr­zen­trale anbie­tet. Die Bahn wollte gericht­lich dage­gen vor­ge­hen und hatte das Nach­se­hen: Der Dienst ist zulässig.

2012 soll dann ver­mut­lich das Fern­rei­se­mo­no­pol der Bahn end­gül­tig kippen.

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PROUT: Kooperative “City-Service-Aachen”

Porter's Trolly

Flickr: Dave Hams­ter (CC-BY 2.0)

Seit 2007 patroul­lie­ren 1-Euro-Jobber als City-Service-Mitarbeiter (Motto: “Sicher­heit, Ord­nung, Sau­ber­keit”) durch die Aache­ner Stra­ßen. Aller­dings Dank des von-der-Leyen’schen Sozi­al­kahl­schlags jetzt nicht mehr. Poli­tik, Sozi­al­dienste und Bür­ger sind über­ra­schen­der­weise ent­setzt.

Die Wei­ter­füh­rung unter städ­ti­scher Regie ist keine zukunfts­si­chere Lösung. Dabei würde jeder Prou­tist jetzt lange Zähne bekommen:

Ein paar Men­schen könn­ten sich fin­den, die den City-Service in Form einer Genos­sen­schaft selbst­be­stimmt und eigen­ver­ant­wort­lich wei­ter­füh­ren, Ver­träge mit Ein­zel­händ­lern, Hote­liers und der Stadt abschlie­ßen und das Ange­bot erweitern:

  • städ­ti­sche Ord­nungs– und Informationsdienste
  • Bus­be­glei­tung
  • all­ge­meine Hilfs­leis­tun­gen (Han­del, Gas­tro­no­mie, Tourismus)
  • Gepäckträger-, Boten– und Fahrdienste

Der Bedarf ist offen­sicht­lich da und groß, die Vision schein­bar weniger.

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Wreck Pr0n: RMS Titanic

Standort des Wracks der RMS Titanic (41°43'N, 49°56'W)

© Google Inc. (Screen­shot Google Maps)

Vor 99 Jah­ren, am 14. April 1912, rammte die RMS Tita­nic gegen 23:40 Uhr einen Eis­berg im Nord­at­lan­tik und sank etwa zwei­ein­halb Stun­den spä­ter. Trotz die­ses eher gemäch­li­chen Unter­gangs fan­den über 1500 Men­schen den Tod. Die letzte Über­le­bende starb 2009.

Ich erin­nere mich gerne zurück an die Aus­stel­lung Expe­di­tion Tita­nic; 1997 war’s, in der Ham­bur­ger Spei­cher­stadt. Es hat mich damals schwer beein­druckt, wie stil­voll, span­nend und kurz­wei­lig die Fund­stü­cke prä­sen­tiert wur­den, die durch die RMS Tita­nic Inc. im Laufe meh­re­rer Jahre vom Mee­res­grund geho­ben wurden.

Geschirr, per­sön­li­che Gegen­stände, Wrack­teile… ent­we­der in unter­kühlt dezen­tem oder zeit­ge­nös­si­schem Ambi­ente dar­ge­bo­ten. Ganz hoher Gänsehautfaktor!

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Mein Blog zieht um!

"Schleifer", J. Amman, H. Sachs, 1568

Wiki­me­dia: www.digitalis.uni-koeln.de (PD)

Es ist soweit! Gefühlte Ewig­kei­ten hat’s gedau­ert, bis für Habari eine neue Ver­sion her­aus­kam. Das alte Habari wurde mir mitt­ler­weile zu eng. Das neue Habari kann ich lei­der nicht tes­ten, weil wich­tige Plugins noch nicht ange­passt wur­den. Und Word­Press ist in der 3er-Version ziem­lich sexy.

Tschüss, Habari! War schön mit Dir! Ab fast sofort gehen wir aber getrennte Wege. Ich werde Dich in guter Erin­ne­rung behal­ten; und zur 1.0er-Version wie­der vor­bei­schauen. Viel­leicht gibt’s dann ja ein Import-Plugin für WordPress-Artikel? Würde mich freuen.

Feed-Abonnenten seien die neuen Adres­sen ans Herz gelegt: Arti­kel hier, Kom­men­tare hier.

Und ein neues Design gibt’s auch… ;-)

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Lichtblicke

Sonnenaufgang

Wiki­me­dia: User:Mbz1 (CC-BY-SA 3.0)

Ein wei­te­rer Abend zum Thema Inter­net für Eltern stand die­ser Tage an. Der erste Ver­such ging ja man­gels Be­teiligung gründ­lich in die Hose. Ent­sprechend ge­spannt waren wir, ob sich die­ses Mal ein paar interes­sierte Eltern mehr ein­finden würden.

Offi­zi­ell an­ge­triggert durch die Schul­pfleg­schaft der Gesamt­schule Nieder­zier-Merze­nich hat­ten sich 40 Eltern an­ge­meldet. Bis kurz vor Ab­lauf des aka­demi­schen Vier­tels hat­ten es sich immer­hin 31 El­tern und Leh­rer im Vor­trags­saal bequem gemacht.

Was soll ich sagen? Wir Referen­ten sowie El­tern und Leh­rer hat­ten einen kurz­wei­ligen, in­for­mati­ven und ent­spre­chend er­folg­rei­chen Abend.

Die Schul­pfleg­schaft über­legt nun, diese Ver­an­stal­tung auch für die Schü­ler an­zu­bie­ten! Yay!

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Schlucken nicht vergessen!

Anweisung zum Milchkartonöffnen

Eige­nes Werk (CC-BY-NC-SA 3.0)

Die Intel­li­genz stirbt lang­sam aus. Ganz offensichtlich.

Lan­ge­weile, Neu­gier oder ein­fach früh­morgend­liche Aus­park­hilfe für meine Sy­nap­­sen brin­gen mich ab und an dazu, den Auf­druck von Lebens­mittel­ver­packun­gen zu lesen.

Wel­cher Depp erwar­tet tat­säch­lich, dass in sei­ner Käse­auf­schnitt­schachtel ein Sträuß­lein Peter­silie die ge­ronnene Scheiben­milch ziert? Oder, dass im Becher unter dem Quark eine Scheibe Schwarz­brot (mit Tomate!) dar­auf war­tet, ans Tages­licht ge­löf­felt zu werden?

Ver­mut­lich nicht wenige; warum sonst der Auf­druck Servier­vor­schlag?

Heute aber traf mich der ab­so­lute Ober­hammer: Im Bild die An­weisung, wie man sei­nen Milch­karton zu bedie­nen hat.

Unfass­bar! Ich muss heute mor­gen irgend­wie in einem RTL-2-isierten Parallel­universum auf­ge­wacht sein…

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Wie haben wir das in den 80ern gemacht?

Schö­nes Ding, das:

Eine mei­ner pre­ferierten Web­shows, Ehren­senf, macht eine etwas län­gere Pause. Aus der Menge an Kommen­taren sticht einer her­aus: Floh macht den Vor­schlag, auf eigene Faust eine eigene Sen­dung aus dem rudi­mentär vor­handenen Stu­dio zu stamp­fen. Ich melde Inter­esse an, wir schlie­ßen uns kurz, tau­schen Stra­te­gie und Konzept­ideen aus.

Ich bas­tel das Intro, sammle Links und schreibe ein ers­tes Skript. Floh passt Text und Links an, filmt, schnei­det und lädt das Ganze zwei Tage spä­ter hoch zu Vimeo. Er sitzt in Stutt­gart, ich in Aachen. Wir haben uns vor­her noch nie gesehen.

Inter­net ist eine ver­dammt geile Sache!

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Versteigerung: Bauchnabelbürsten-Bier

Bauchnabelbürsten-Bier

© idbeer.de

Mir wurde schon mehr­fach vor­geschlagen, ich solle doch einer Frank­furter Groß­brauerei meine Bürst­chen als Gim­mick an­bieten. Bier und Bauch­nabel. Und so.

Und wie ich noch so zwei­felnd über­lege, bekomme ich die nette An­frage, ob ich nicht mal über ein Mün­che­ner Star­tup schrei­ben mag: Die Jun­gens von idbeer bie­ten perso­nali­siert gela­belte Alko­holi­ka an. Ich bin jetzt nicht die Ziel­gruppe, aber ich wert­schätze Unter­nehmer­tum; und, dass das Bier von einer konzern­freien Lokal­brauerei ge­lie­fert wird.

Ja, ich bekomme etwas für diese Schleich­wer­bung: Zwei gemischt­bierige Six­packs. Eines davon erhält der Höchst­bietende von Euch! Der Erlös geht an Breakfast4Kids. Biet­kommentare bitte bis Ende März 2011.

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