Regenzeit

Raindrops on a window of a building in Amsterdam, The Netherlands

Wiki­me­dia: User:Massimo Cata­ri­nella (CC-BY-SA 3.0)

Fünf Jahre. Fünf lange Jahre.

Oh, wie ich es liebe, den Regen am Fens­ter abflie­ßen zu sehen. Sei­nen beschwö­ren­den Mäan­dern mit Augen und Fin­gern zu fol­gen. Sein unste­tes Schla­gen am Glas zu hören. Seine schrä­gen Schlie­ren am Hori­zont zu beob­ach­ten, wenn sich doch ein­mal die Sonne Bahn bricht durch die sat­ten Wolken.

Regen bedeu­tet Leben. Kein Regen bedeu­tet Tod.
Seit fünf Jah­ren in Folge hat uns der Gott des Regens seine Gnade geschenkt.

Ich schlei­che leise zur Kam­mer mei­ner Jüngs­ten und schaue vor­sich­tig hin­ein.
Sie schläft ruhig. Ihr wurde ein wei­te­res Jahr gewährt.

Regen bedeu­tet Leben. Kein Regen bedeu­tet Tod.


(Ein klei­nes Geschich­telein, dass ich im Zuge einer Schrei­b­übung zum Thema “Regen­zeit” ver­fasst habe.)

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Vom Fressen und Kotzen

Oper Köln Waschraum 7292 (Foto: Elke Wetzig/CC-BY-SA)

Wiki­me­dia: Elke Wet­zig (CC-BY-SA 3.0)

Fri­endly Fire, irgend­wie: Der Popanz Nige­las Mer­kozy hat die Euro­päi­sche Wirt­schafts­re­gie­rung aus­ge­ru­fen, nach­dem die Kanail­len der welt­um­span­nen­den Finanz­kloa­ken erfolg­reich ihre Ver­luste sozia­li­siert und die Scha­tul­len ihrer will­fäh­ri­gen Lakaien geplün­dert haben.

Das deut­sche Erfolgs­pro­dukt Schul­den­bremse wird Europa eine gedeih­li­che Zukunft auf­zwin­gen. Mit Voll­be­schäf­ti­gung (von der kaum jemand leben kann), Wirt­schafts­auf­schwung (auf Kos­ten der sozial Schwa­chen) und Wah­rung aller Ver­fas­sungs­rechte (solange es die bei­den Punkte vor­her nicht behin­dert, natürlich)…

Falls es jeman­dem ent­gan­gen sein sollte: Der deut­sche Auf­schwung XL ist eine Lach­num­mer. Wie soll Europa an die­sem Plei­te­kon­zept genesen?

Den vom gegen­wär­ti­gen Neo-Biedermeier gepräg­ten deut­schen Michel ficht das alles erschre­cken­der­weise kaum an.

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Das Millionenspiel 2.0

Falschparker Suchanzeige

Eige­nes Werk (CC-BY-NC-SA 3.0)

Cory Doc­to­row, ein von mir geschätz­ter Autor und Inter­net­ak­ti­vist, war Zeuge eines Handy-Diebstahls. Er foto­gra­fierte den flüch­ten­den Täter, ging zur Poli­zei und… ver­öf­fent­lichte das Foto zusätz­lich im Netz mit dem Auf­ruf, die­sen Mann bei Antref­fen zu melden.

Ist die­ser Akt der Selbst­jus­tiz akzep­ta­bel, auch wenn er nicht expli­zit zu eben­sol­cher auf­ruft? Und wo lie­gen die Gren­zen? Mord, KiPo, Kör­per­ver­let­zung, Brand­stif­tung, Sach­be­schä­di­gung, Müll­ent­sor­gung, Fremd­ge­hen, Falschparken?

Wel­cher Bür­ger ist ethisch der­art gefes­tigt, dass er die Ver­ant­wor­tung für die Aus­wüchse über­neh­men kann? Von Fehl­in­ter­pre­ta­tio­nen und deren Fol­gen ganz zu schweigen.

Mich erin­nert es beängs­ti­gend an dysto­pi­sche Unter­schich­ten­for­mate wie Run­ning Man oder Das Mil­lio­nen­spiel.

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Freidrehende Kinder. Sort of…

Integratives Feriencamp Alsdorf (Feriencamp Lenneper)

© Feri­en­camp Lenneper

Zwei Tage lang bekam ich die Gele­gen­heit, spon­tan als Ersatz­be­treuer beim Inte­gra­ti­ven Feri­en­camp in Als­dorf ein­sprin­gen zu kön­nen. Ange­kün­digt waren teils schwere jugend­li­che Pro­blem­fälle, die in den Griff zu bekom­men ich mir als päd­ago­gi­schen Laien nur schwer vor­stel­len konnte.

Zusam­men mit dem zustän­di­gen The­ra­peu­ten konnte ich tat­säch­lich — nicht nur — in unse­rer Gruppe neu­gie­rige und auf­ge­weckte Kin­der ken­nen­ler­nen, die zuge­ge­be­ner­ma­ßen bis­wei­len recht anstren­gend waren. Im Gro­ßen und Gan­zen waren die Kid­dies aber manier­lich, umgäng­lich, ver­ständ­nis­voll und sogar umein­an­der bemüht. Das umfang­rei­che Bespa­ßungs­pro­gramm tat sein Übri­ges dazu.

Diese Woche Frei­zeit­camp kos­tet rund bum­me­lig 60 Euro. Das Pro­jekt ist aber haupt­säch­lich [*zublin­zel*] spen­den­fi­nan­ziert.

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Ferien im Internet

Strichzeichnung: Ferien im Internet

Eige­nes Werk (CC-BY-NC-SA)

Die Fünft­kläss­ler waren dies­mal für jeweils zwei Schul­stun­den vom Unter­richt befreit, um von uns Tipps und Vor­sichts­maß­nah­men für die Feri­en­ak­ti­vi­tä­ten im Inter­net zu bekom­men; ohne mora­li­schen Zei­ge­fin­ger, Ver­bote und Dududu. Dafür ehrenamtlich.

Bemer­kens­wert dabei:

Viele der Elf– und Zwölf­jäh­ri­gen sind inten­siv in sozia­len Netz­wer­ken unter­wegs, und nicht wenige haben bereits nega­tive Erfah­run­gen im Inter­net gemacht: Cyber­mob­bing, Abzo­cke, Anmache.

Liebe Schul­lei­ter, die ihr alle zu wenig Geld habt:

Ver­an­stal­tet bitte Pro­jekt­tage, in denen die Schü­ler diese Erfah­run­gen ver­ar­bei­ten kön­nen. Ihres­glei­chen dürfte das wesent­lich bes­ser ver­in­ner­li­chen, als wenn ihnen zwei alte Säcke im Fron­tal­un­ter­richt die Welt erklären!

Liebe Bil­dungs­po­li­ti­ker:

Danke für nichts!

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Erfolg

Erfolg heißt…

  • oft und viel lachen;
  • die Ach­tung intel­li­gen­ter Men­schen und die Zunei­gung von Kin­dern gewinnen;
  • die Aner­ken­nung auf­rich­ti­ger Kri­ti­ker ver­die­nen und den Ver­rat fal­scher Freunde ertragen;
  • Schön­heit bewun­dern, in ande­ren das Beste sehen;
  • die Welt ein wenig bes­ser ver­las­sen, ob durch ein gesun­des Kind, ein Stück­chen Gar­ten oder einen klei­nen Bei­trag zur Ver­bes­se­rung der Gesellschaft;
  • wis­sen, dass wenigs­tens das Leben eines ande­ren leich­ter war, weil Du gelebt hast.

Das bedeu­tet, nicht umsonst gelebt zu haben.

Ralph Waldo Emerson

Meine Phi­lo­so­phie, seit Jahren.

Manch­mal werde ich mir untreu; bei­spiels­weise, wenn bei Poli­ti­kern das Beste zu sehen ein­fach nicht klap­pen will…

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Laurel & Hardy Preservation Fund

Das Film– und Fern­seh­ar­chiv der Uni­ver­sity of Cali­for­nia, Los Ange­les, hat eine Stif­tung gegrün­det, um die Film­ge­schichte des Komi­ker­duos Stan Lau­rel und Oli­ver Hardy auf­zu­ar­bei­ten und der Nach­welt zu erhalten.

Erst­mals in der Geschichte der­ar­ti­ger UCLA-Filmstiftungen sol­len nun auch Pri­vat­per­so­nen die Mög­lich­keit bekom­men, sich mit einer Spende betei­li­gen zu können.

Der Auf­wand für Film­for­schung und Restau­ra­tion ist beträcht­lich, wur­den doch damals ihre Filme oft gleich in den wich­tigs­ten Spra­chen pro­du­ziert, von Stan und Ollie selbst gespro­chen. Außer­dem sind viele Nega­tive ver­schol­len oder auf­grund über­mä­ßi­ger Bean­spru­chung bei­nahe unbrauchbar.

Einen Cent nur für jede über diese Komö­di­an­ten gelachte Träne… ich wäre pleite.

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Hand in Hand: Ballett mit Hand und Fuß

Bal­lett ist mein Ding nicht… obwohl: die Musik ist meist ok. Da mache ich die Augen zu, um das Rum­ge­hüpfe nicht sehen zu müssen.

Gleich­wohl ist die bemer­kens­werte kör­per­li­che Leis­tung nicht her­un­ter­zu­re­den. Es hat einen Grund, warum Bal­lett­tän­zer so durch­trai­nierte Kör­per und ein unglaub­li­ches Kör­per­be­wusst­sein haben (und Arnold sei­ner­zeit vor sei­nem Sieg als Mis­ter Uni­ver­sum ein paar Stun­den an der Stange trai­nierte).

Das hier aber ist fabel­haft: Li Ma und Xiao­wei Zhai, beide durch Unfälle ver­sehrt, fan­den sich zusam­men, um bei einem Tanz­wett­be­werb den zwei­ten Platz zu machen (Erst­plat­zierte im Publi­kums­ran­king, klar).

Zum Vor­glü­hen der Spie­gel­neu­rone gibt’s ihre Geschichte hier.

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Tu was!

Raketenofen

Wiki­me­dia, User:A2012g (CC-BY-SA 3.0)

Als der Mensch das Feuer zähmte, ver­lor es sei­nen Schre­cken, wurde fortan Beglei­ter und Beschützer:

Feuer wärmt und erhellt, ernährt und beru­higt, des­in­fi­ziert und rei­nigt, här­tet und macht geschmeidig.

Über eine Mil­li­arde Men­schen welt­weit besit­zen kein schüt­zen­des Heim und keine Mög­lich­keit, für war­mes Essen zu sor­gen oder ver­schmutz­tes Was­ser abzu­ko­chen. Schwere Krank­hei­ten und Tod sind die Folgen.

Ein Dach über jedem Kopf, ein Ofen unter jedem Dach! Ihre Unter­stüt­zung bringt den Ärms­ten die­ser Welt Schutz, Wärme, Leben. Sand­sack­häu­ser und Holz­gas­herde ret­ten Leben.

Hel­fen Sie uns, die Vision einer bes­se­ren Welt zu ver­wirk­li­chen. Mehr Infor­ma­tio­nen fin­den Sie auf unse­rer Web­seite DieBrandstifter.xy

(ein schon älte­rer Bei­trag von mir für einen Drabble-Wettbewerb zum Thema “Brandstifter”)

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Fix ein Flachs

Flachszopf, gehechelt

Eige­nes Werk (sic!), CC-BY-SA-NC 3.0

Pfingst­mon­tag war der Flachs­markt in Krefeld-Linn angesagt.

Bei­nahe 400 Stände, auf denen oft alt­ehr­wür­di­ges Hand­werk prä­sen­tiert wurde; und nicht nur Filz, Kera­mik und merk­wür­dige Kla­mot­ten, wie es das zuhauf auf Kunst­hand­wer­ker­märk­ten der Region zu völ­lig über­teu­er­ten Prei­sen zu sehen gibt. Nein, da waren Zylin­der­ma­cher, Holz­ket­ten­schnit­zer, Satt­ler, Tuch­ma­cher, Papier­schöp­fer und was weiß ich noch alles für inter­es­sante, unbe­kannte und fast aus­ge­stor­bene Gewerke.

Mein Dank geht an die Flachs­gruppe des Hei­mat­ver­eins Wul­fen, die mit anste­cken­der Begeis­te­rung jeden Pro­duk­ti­ons­schritt vom Flachs zum Lei­nen­tuch am leben­den Bei­spiel vor­führte. Und weil nie­mand sonst sich traute, konnte ich, das Stadt­kind, mei­nen eige­nen Flachs hecheln… reiz­voll. Sehr.

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