Der Erfolg des Homo Sapiens im Kampf um die Vorherrschaft auf diesem Planeten ist laut Matt Ridley hauptsächlich auf die Fähigkeit zurückzuführen, eigene mit fremden Ideen zu noch brauchbareren Konzepten zu verschmelzen. Zu allseitigem Nutzen.
Neben dieser interessanten Vorstellung kamen bei mir zwei Gedanken auf: Nicht nur ich sollte mir wieder einmal mehr vor Augen führen, wer alles an der Entstehung auch der unscheinbarsten Gegenstände beteiligt ist, es angemessen wertschätzen und entsprechend umsichtig handeln.
Und ob die Ideen des Finanzmarkt-Kapitalismus nach diesem Konzept zur menschlichen Weiterentwicklung taugen, möchte ich stark anzweifeln! Die sind doch eher selten auf eine Win-Win-Situation ausgelegt.
Stammleser kennen mein Wohlwollen gegenüber der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens. Doch ich muss gestehen, dass ich meine Meinung geändert habe!
Das Bessere ist der Feind des Guten!
Und das Bessere lautet in diesem Fall: PROUT. Die PROgressive Utilization Theory (oder Theorie der progressiven Nutzung), von Prabhat Ranjan Sarkar bereits im Jahr 1959 entwickelt, zeigt überzeugende und funktionierende Alternativen auf zu Unterdrückung, Ausbeutung und Kapitalismuswahn.
Als eher rationalem Menschen fehlt mir noch etwas der Zugang zum spirituellen PROUT-Ansatz, aber dem Rest kann ich uneingeschränkt zustimmen.
Den jetzt neugierig gewordenen Lesern empfehle ich Vision PROUT von Dada Maheshvarananda. Bei Gefallen bitte weiterempfehlen!
Ich habe ein Faible für Mikro-Nationen: Leben auf autarken Bohrinseln, umgebauten Tankern (ja, wie in Waterworld, nur aufgeräumter) oder kleinen, sturmumtosten Felsen in the middle of nowhere.
Fort Jefferson im Dry-Tortugas-Nationalpark wäre so ein Kandidat: Am alleräußersten Zipfel der Florida Keys gelegen, gilt dieser Nationalpark als einsamster und seltenst besuchter Park der USA. Auf einer der sieben Inselchen wurde Mitte des 19. Jahrhunderts diese Festung errichtet, um die südliche Küstenlinie zu sichern. Aufgrund technischer, klimatischer und finanzieller Unzulänglichkeiten diente sie aber eher als Gefängnis, Quarantänestation, Vogelreservat und schließlich Touristenattraktion.
In Anbetracht steigender Meeresspiegel wäre allerdings ein Kolonisation sowieso nur kurzfristig.
Mit seinen Ordensverleihungen möchte der Bundespräsident die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf solche Leistungen lenken, denen er für unser Gemeinwesen besondere Bedeutung beimisst.
Und was rechtfertigt nun, gemessen an dieser Vorgabe, die Verleihung eines Ordens, wenn ein gut bezahlter Bundestrainer nur seinen Job macht? Und sollte tatsächlich jemandem in den letzten vier bis acht Wochen dieser Medien- und Schlandwahnsinn entgangen sein?
Für mich ist das ein Orden, der weit unter Wert verschleudert wird vom zweifelhaft legitimierten Bundespräsidenten, der uns damit wohl sagen möchte: Ich ehre Eure Helden! Habt mich lieb!
Letztes Wochenende beim Zeitungshändler (allerdings nicht meines Vertrauens… der ging im Mai pleite):
Neben der samstäglichen Aachener Tageszeitung lag ein Magazin, das mich durch seinen Untertitel neugierig machte.
enorm - Wirtschaft für den Menschen nennt es sich, erscheint vierteljährlich, kostet 7,50 Euro und setzt sich durchaus kritisch mit aktuellen Wirtschafts- und Sozialthemen auseinander. Ich bin noch nicht ganz durch, werde aber wohl ins Abo einsteigen.
Bevor wer fragt: Nein, dies ist kein bezahlter Artikel! Die Magazin-Beiträge sind aufschlussreich (siehe meinen Artikel hier), engagiert geschrieben und verdienen ein bisschen zusätzliche Aufmerksamkeit.
Dann können sie sich vielleicht demnächst auch bessere Werbepartner aussuchen…