Rückblende 2.0

Das Netz hält für geschicht­lich Inter­es­sierte durch­aus span­nende Unter­hal­tung parat.

Bei­spiels­weise die erste Mond­lan­dung im Juli 1969. Die Simu­la­tion “First Men on the Moon” visua­li­siert packend und in Echt­zeit die letz­ten 18 Minu­ten der Lan­dung von Apollo 11.

Auf Twit­ter gab es zum 100. Jah­res­tag des Unter­gan­ges der Tita­nic eine minu­ten­ge­naue “Live­schalte”, die sich 2013 und 2014 wie­der­holte. Im Twitter-Account @TitanicRealTime kann man es noch nach­le­sen. Und der Account @RealTimeWWII vert­wit­tert zeit­syn­chron die Welt­kriegs­er­eig­nisse von 1943 bis 1945.

Freunde des Wett­ren­nens zum Süd­pol in 1910 sind hier gut auf­ge­ho­ben, und eine Visua­li­sie­rung aller nuklea­ren Explo­sio­nen bis 1998 fin­det sich hier.

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Wer Sorgen hat, hat auch Likör

Bundesarchiv, Bild 183-51875-0003 / CC-BY-SA

Bun­des­ar­chiv, Bild 183–51875-0003 / CC-BY-SA

Laut Sta­tis­ti­schem Lan­des­amt NRW star­ben in 2013 durch Dro­gen­kon­sum 3195 Men­schen. Die Anzahl der NRW-Drogentoten sinkt zwar seit Jah­ren, aber der Schnit­ter holt sich jedes Jahr deut­lich mehr See­len durch Alko­hol als durch andere Drogen.

Auf einen Toten durch “psy­cho­trope Sub­stan­zen” oder Betäu­bungs­mit­tel kom­men etwa neun Alko­hol­tote. Und trotz­dem ist Alko­hol wei­ter­hin frei in Super­märk­ten, Kios­ken oder Fein­kost­lä­den verfügbar.

Und die reak­tio­näre und lob­by­ge­steu­erte Dro­gen­po­li­tik lässt das auch wei­ter­hin zu; das und die fort­dau­ernde Äch­tung des im Ver­gleich zu Alko­hol harm­lo­sen Can­na­bis. Wäh­rend sich Alko­hol­trin­ker also legal ent­lei­ben kön­nen, sind Gele­gen­heits­kif­fer kriminell.

Immer schön, wenn man seine Prio­ri­tä­ten klar hat.

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Deutsches Auswandererhaus Bremerhaven

Deutsches Auswandererhaus Bremerhaven

Eige­nes Werk
(2015, CC-BY-SA 4.0)

Ver­trei­bung und Flucht vor Krieg, Ver­fol­gung und Armut… wer das ein­mal aus Sicht deut­scher und euro­päi­scher Aus­wan­de­rer der letz­ten bei­den Jahr­hun­derte nach­füh­len möchte, dem emp­fehle ich einen Besuch im Deut­schen Aus­wan­der­er­haus in Bremerhaven.

An sech­zehn auf­wän­dig gestal­te­ten Sta­tio­nen gibt es viel zu sehen, lesen und hören. Etwa die “Gale­rie der 7 Mil­lio­nen”, die chro­no­lo­gisch geord­net viel über die wech­seln­den Ursa­chen der Aus­wan­der­er­wel­len erzählt. Oder die Ver­hält­nisse wäh­rend der Über­fahrt in der “drit­ten Klasse”. Oder die Ankunft auf Ellis Island und wie es war, wenn die Behör­den einen zurück­ge­schickt haben…

Wer drei bis sechs Stun­den Zeit in Bre­mer­ha­ven übrig hat: Besuchbefehl!

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Bestandserhaltungsniveau, oder: Warum wir mehr Zuwanderung brauchen

Dt. Fotothek: Waage, Walther Hermann Ryff, 1547

Dt. Foto­thek: Waage (Wiki­me­dia, gemeinfrei)

Bei fort­be­stands­ori­en­tier­tem Sex genügt ein ein­zi­ges Kind natür­lich nicht, um die Bevöl­ke­rungs­zahl zu erhal­ten. Zwei Eltern, zwei Kin­der: So würde es sich rechnen.

Um aber bei­spiels­weise auch bestands­ge­fähr­den­des Frühab­le­ben aus­zu­glei­chen, müsste jede Frau in ihrem Leben 2,1 Kin­der zur Welt brin­gen. Das Sta­tis­tik­deutsch bezeich­net die­sen Wert als Bestands­er­hal­tungs­ni­veau (oder gru­se­li­ger: Net­to­pro­duk­ti­ons­rate).

Seit Anfang der 1970er Jahre liegt die­ser Wert in Deutsch­land dar­un­ter. Bei deut­schen Frauen beträgt er aktu­ell weni­ger als 1,4 und bei aus­län­di­schen Frauen weni­ger als 1,6 (also nur unwe­sent­lich höher).

Wir alle (Deut­sche und Aus­län­der) schaf­fen es in Deutsch­land der­zeit also nicht ein­mal gemein­sam, den Status-Quo zu halten…

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Das Jahr ist rum

Feuerwerk

flickr: Wien­nat (CC-BY-SA 2.0)

Kurz war’s, das Jahr 2014. Hier im Blog ist bis auf wenige Bei­träge tat­säch­lich nicht viel pas­siert. Untä­tig war ich des­we­gen aber nicht, denn seit Sep­tem­ber blogge ich an ande­rer Stelle inten­siv über meine poli­ti­sche Arbeit in den Schul­aus­schüs­sen in Stadt und Städ­te­Re­gion Aachen.

Das und die ent­spannte Auf­trags­lage las­sen mich die­sen Blog fast sträf­lich ver­nach­läs­si­gen. Aber ver­za­get nicht: Ich habe noch einige ange­fan­gene Bei­träge im Köcher, die fer­tig­zu­stel­len ich ein­fach nur mal die Zeit fin­den muss.

Ich wün­sche allen Lesern der Bauch­na­bel­bürste ent­spannte Feier– oder Ver­schnauf­tage (je nach Dogma) und einen geschmei­di­gen Ein­stieg ins neue Jahr.

Wir lesen uns!

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Stell Dir vor, wir landen auf einem Kometen, und keiner kriegt’s mit.

Comet 67P on 22 August 2014 NavCam

ESA/Rosetta/NAVCAM
CC BY-SA IGO 3.0

Wirt­schaft und Poli­tik for­dern laut­stark eine umfas­sende MINT-Förderung (Neu­sprech für Mathe­ma­tik, Infor­ma­tik, Natur­wis­sen­schaft und Tech­nik). Schon im Kin­der­gar­ten will man die lie­ben Klei­nen an diese The­men her­an­füh­ren, um so dem Unter­gang unse­rer auf­ge­klär­ten Zivi­li­sa­tion entgegenzutreten.

Heute, nach einer zehn­jäh­ri­gen Reise von mehr als 6,5 Mil­li­ar­den Kilo­me­tern Stre­cke lan­det die Sonde “Philae” in mehr als 500 Mil­lio­nen Kilo­me­tern Ent­fer­nung auf einem fast 19 km/s schnel­len, weni­ger als 50 km³ gro­ßen Quietscheentchen.

Die öffentlich-rechtlichen Fern­seh­sen­der ver­fol­gen die Vor­gänge… live im Spar­ten­sen­der 3sat (2009: 1,1% Markt­an­teil) und ver­steckt im HR-Fernsehen.

Mögen Euch beim nächs­ten ARD-Brennpunkt “Schnee im Win­ter” die Lip­pen am Mikro festfrieren!

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Tortenshow 2014: Im Auftrag des Herrn unterwegs

Hei­kes Werk ;-) (CC-BY-SA-NC)

Hei­kes Werk 😉 (CC-BY-SA-NC)

Nach dem Erfolg von 2012 und einer Schaf­fens­pause schien ein Wett­be­werbs­thema der dies­jäh­ri­gen Tor­ten­show in Ham­burg wie geschaf­fen für eine Teil­nahme: Berühmte Filme. Da sollte sich doch etwas draus machen lassen…

Im Ver­gleich zu vor zwei Jah­ren schien uns in die­sem Jahr die Qua­li­tät der Schau­stü­cke leicht gerin­ger. Und auch die Besu­cher­ströme waren eher über­schau­bar. Ver­mut­lich ist das der höhe­ren Anzahl an Wett­be­wer­ben geschul­det, die mitt­ler­weile all­über­all statt­fin­den. Schade eigent­lich, denn Orga­ni­sa­tion und Ange­bot der Tor­ten­show sind wirk­lich einwandfrei.

Nichts­des­to­trotz waren auch die­ses Mal wie­der schwer beein­dru­ckende Tor­ten am Start. Und ein Erfolg für die Blues Bro­thers war es obendrein.

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Krebspflaster

Der UN-Sicherheitsrat hat beschlos­sen, dass die Staa­ten IS-Terroristen nicht mehr ins Aus­land rei­sen lassen.

Was einer­seits eine Legi­ti­ma­tion der anstei­gen­den Über­wa­chung der Bevöl­ke­rung bedeutet.

Ande­rer­seits wenig ver­wun­der­lich: All­über­all in den Medien nur Berichte dar­über, wie grau­sam und wider­lich die IS-Barbaren wüten. Kein Wort über Land­raub, Müll­ver­klap­pung, Finan­zie­rung und mili­tä­ri­sche Ver­sor­gung von Des­po­ten und deren kor­rup­ten Macht­ap­pa­ra­ten, sys­te­ma­ti­sche Zer­stö­rung ein­hei­mi­scher Märkte und die ande­ren über Jahr­zehnte abge­wi­ckel­ten Erste-Welt-Sauereien in Afrika, die viele ver­zwei­felte Men­schen in die Arme radi­ka­ler Het­zer getrie­ben haben.

Flücht­linge nicht rein– und Ter­ro­ris­ten nicht raus­las­sen… der Rest: Wei­ter so!

Ja, das hilft bestimmt gegen den Ter­ror fun­da­men­ta­lis­ti­scher Spinner.

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Gut Ding will Weile haben

Wikimedia: User:GiW (CC-BY 2.0)

Wiki­me­dia: User:GiW (CC-BY 2.0)

Die Umstel­lung mei­nes Arbeits­rech­ners von Win­dows XP ist bei­nahe abge­schlos­sen. Von jetzt an wer­kelt Win­dows 7 unter der Haube, obwohl ich mir eigent­lich vor­ge­nom­men hatte, zukünf­tig auf Linux zu set­zen. Warum jetzt doch nicht?

Bestimmte Soft­ware, die ich ein­setze, läuft nicht unter Linux. Eine vir­tu­elle Windows-Maschine wäre zwar eine Lösung gewe­sen, aber…

Auf mei­nem Lap­top hatte ich Linux Mint, was mir gute Dienste leis­tete, bis mir ein Distributions-Upgrade das Sys­tem him­melte. DAS kann ich auf mei­nem Arbeits­rech­ner defi­ni­tiv nicht riskieren.

Win­dows 7 ist weder opti­mal noch sicher, aber sta­bil. Ich ver­su­che es dann nach des­sen Support-Ende noch­mal mit Man­jaro Linux.

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Ziemlich beste Springer

Wikimedia: Fir0002/Flagstaffotos (CC-BY-NC 3.0)

Wiki­me­dia: Fir0002/Flagstaffotos (CC-BY-NC 3.0)

Sollte sich ein mecha­nisch gepimp­ter Leis­tungs­sport­ler offi­zi­ell (also inklu­sive mög­li­cher Rekor­d­re­fe­renz) mit sei­nen natur­be­las­se­nen Kon­tra­hen­ten mes­sen dürfen?

Wel­che Mecha­nik dürfte wel­chen Behin­de­rungs­grad aus­glei­chen? Wel­ches Mate­rial in wel­cher Aus­for­mung könnte man erlau­ben? Würde die Zulas­sung eini­ger weni­ger behin­der­ter Sport­ler die rest­li­chen ambi­tio­nier­ten Paralym­pio­ni­ken ohne Zugang zur Unver­sehr­ten­liga zu Behin­der­ten zwei­ter Klasse machen?

Woran sollte sich eine Zulas­sung ori­en­tie­ren? An Gewich­ten, Zei­ten und Wei­ten der Rekord­in­ha­ber? Oder will­kür­lich dar­un­ter, so dass Rei­be­reien mit den dann “unter­le­ge­nen” Nicht-Behinderten vor­pro­gram­miert wären?

Die aktu­elle Ent­schei­dung des DLV halte ich ange­sichts vie­ler offe­ner Fra­gen für gerechtfertigt.

Gleich­wohl muss die Dis­kus­sion über Inklu­sion im Leis­tungs­sport för­der­lich weitergehen.

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