Spanische Pflege

Lytta Vesicatoria

Wiki­me­dia: Franco Chris­to­phe (CC-BY-SA 3.0)

Die Tages­presse ver­mel­det, dass die Ver­wal­tung der Städ­te­re­gion Aachen mit Hoch­druck junge, spa­ni­sche Arbeits­lose für die unter­be­setzte Arbeit an den regio­na­len Bett­pfan­nen mobi­li­sie­ren möchte. Cui bono?

Im Durch­schnitt erhält eine exami­nierte Pfle­ge­kraft in NRW etwas über 2100 Euro. Brutto. Nach Abzug aller Abga­ben ver­blei­ben davon bum­me­lig 1400 Euro. Für Pflege im Akkord, Schicht­dienst und For­mu­lare statt Fürsorge.

Es ver­wun­dert nicht, dass sich unter die­sen Umstän­den kaum noch jemand für die Beru­fung in der Alten– und Kran­ken­pflege erwär­men kann.

Der dar­bende Arbeits­markt in Spa­nien scheint da ein will­kom­me­ner Claim zu sein, den es zuguns­ten höhe­rer Pro­fite der hie­si­gen Heim­trä­ger aus­zu­beu­ten lohnt.

flattr this!

Veröffentlicht unter Gesellschaft, Werte | Hinterlasse einen Kommentar

Soll es so auseinandergehen?

Fleischwolf

Wiki­me­dia: user:Kku (CC-BY-SA 3.0)

Liebe Tele­kom, wir müs­sen reden.

Ich bin Dein Kunde. Ok, ich nutze Call-by-Call ins Mobil­funk­netz, aber der große Rest vom Kuchen gehört Dir.

War mir egal, wenn andere von ihren Bil­lig­hei­mern schwärm­ten: Du warst immer etwas teu­rer; dafür wusste ich, was mich an Hot­line und T-Punkt-Tresen erwar­tet. Mit dem Deal konnte ich leben. Jahrzehntelang.

Wenn Du aber nun meinst, Du müss­test Flat­rates kas­trie­ren und die Netz­neu­tra­li­tät rui­nie­ren, dann tren­nen sich unsere Wege.

Es war inter­es­sant mit Dir in all den ver­gan­ge­nen Jah­ren. Über­lege Dir das mit dem Dros­seln bitte noch­mal. Denn eigent­lich bin ich ja sonst ganz zufrie­den mit Dir.

flattr this!

Veröffentlicht unter Internet, Verbraucherschutz | Hinterlasse einen Kommentar

Das ist Gesetz… das muss man so machen. Nicht.

"Allegorie des Triumphes der Venus" (Detail), Angelo Bronzino

Wiki­me­dia: Natio­nal Gal­lery, Lon­don (PD)

Ein Auf­se­hen erre­gen­der Pro­zess um die NSU-Mordserie, bei der acht der neun Opfer tür­ki­scher Abstam­mung waren… und das Gericht besitzt kei­nen Hauch Fin­ger­spit­zen­ge­fühl, für min­des­tens einen tür­ki­schen Pres­se­ver­tre­ter einen Platz frei­zu­hal­ten. Recht­mä­ßig viel­leicht, aber unsensibel.

Zei­gen sich die Rich­ter unein­sich­tig, könn­ten die akkre­di­tier­ten Medi­en­ver­tre­ter es trotz­dem ermög­li­chen, immer einen tür­ki­schen Jour­na­lis­ten in den Saal zu bringen:

Bleibt ein Platz bis spä­tes­tens 15 Minu­ten vor Sit­zungs­be­ginn unbe­setzt, darf ein Ver­tre­ter der War­te­liste nach­rü­cken, wenn er in der War­te­schlange vorne steht. Tür­ki­sche Medien sind akkre­di­tiert: Jeden Tag könnte ein ande­rer Jour­na­list “feh­len”, und ein tür­ki­scher Ver­tre­ter bekommt stan­dard­mä­ßig Platz 1 der Warteschlange.

flattr this!

Veröffentlicht unter Demokratie, Journalismus, Medien | Hinterlasse einen Kommentar

Habemus Leistungsschutzrecht

Someone talked (A world war 2 operational security poster)

Wiki­me­dia: user:Geo Swan (PD)

Der Bun­des­tag hat, wie ver­mu­tet, in sei­ner heu­ti­gen Sit­zung das Leis­tungs­schutz­recht der Ver­lage mit den meis­ten Stim­men der Regie­rungs­ko­ali­tion beschlossen.

Die Fol­gen sind unab­seh­bar: Ver­lage kön­nen nun jeden abmah­nen, der im Inter­net auch nur Bruch­stü­cke ihrer Mel­dun­gen “gewerbs­mä­ßig” zitiert (als “gewerbs­mä­ßig” kann man bereits das Set­zen eines Flattr-Buttons oder die Ein­blen­dung von Google Adwords verstehen).

Um jedoch eine seriöse Gegen­öf­fent­lich­keit auf­zu­bauen, braucht es valide Ver­weise auf Mel­dun­gen und Meinungen.

Die Ver­lage haben sich heute also die Deu­tungs­ho­heit über ihre Wahr­hei­ten im Inter­net gesi­chert. Fortan bewegt sich die Blog­ger– und Foren­ge­mein­schaft im Zustand “Mei­nungs­frei­heit in Angst”.

Danke, liebe Bun­des­re­gie­rung. Toll gemacht!

flattr this!

Veröffentlicht unter Demokratie, Journalismus, Medien, Propaganda | Hinterlasse einen Kommentar

Warum ich den Piraten (noch) treu bleibe

Logo Piratenpartei

Pira­ten­par­tei Deutsch­land (CC-BY-SA 2.0)

Die Pira­ten tra­ten wei­land an, den Muff und Filz in Ver­wal­tung und Poli­tik öffent­lich und unstatt­haft zu machen, Deutsch­land in einen sozia­len Bür­ger­rechts­staat zurück­zu­bil­den und den Bür­gern wie­der Stimme und Per­spek­tive zu geben.

Wir müs­sen wie­der mehr Graswurzel-APO machen und unsere Ideale an unse­rem Gemein­wohl ori­en­tie­ren, nicht an Pro­zen­ten. Oder Köp­fen. Und die müs­sen die Basis pus­hen, nicht ihr Ego.

Wir soll­ten uns außer­dem nicht mit der eta­blier­ten Poli­tik– und Medi­en­meute gemein machen. Das ist weder erstre­bens­wert, noch beherr­schen wir deren Rän­ke­spiele souverän.

Wenn wir das hin­be­kom­men, müs­sen wir uns im Bekann­ten­kreis auch nicht mehr recht­fer­ti­gen, dass wir Pira­ten sind.

flattr this!

Veröffentlicht unter Politik, Werte | Hinterlasse einen Kommentar

Gedichtelein

Gleich küss ich einen wei­ßen Frosch
genau zwi­schen die Augen.
Er könnt sich ja ver­wan­deln, doch
würd er als Prinz auch taugen?

Die grü­nen Frö­sche küss ich nicht
mehr, weil sie mir nicht schme­cken.
Ein Kuss ins grüne Frosch­ge­sicht
schmeckt meis­tens stark nach Schnecken.

Ein Grünf­rosch­prinz ist eitel, meist
bor­niert und furcht­bar däm­lich.
Er wäscht sich nicht und stinkt nach Schweiß,
ist faul und sehr bequemlich.

Die Augen zu, den Mund geballt…
der Knut­scher kurz im Ohr nachhallt.

Der Weiß­frosch bläst den Luft­sack auf,
hält wim­mernd sei­nen Bauch sich.
Dann sieht er fast wie Labskaus aus
(beson­ders in der Draufsicht).

flattr this!

Veröffentlicht unter Kreativität, Unterhaltung | Hinterlasse einen Kommentar

Wasser ist ein Menschenrecht!

Flickr: User "eppofficial" (CC-BY 2.0)

Flickr: User “eppof­fi­cial” (CC-BY 2.0)

Die­ser ernste Herr ist Michel Bar­nier, der EU-Kommissar für den euro­päi­schen Bin­nen­markt. Ins Amt beru­fen, nicht demo­kra­tisch gewählt… wie das halt so ist bei der EU-Kommission.

Herr Bar­nier möchte gerne euro­pa­weit die Was­ser– und Abwas­ser­wirt­schaft pri­va­ti­sie­ren, weil das seine Auf­gabe ist im Kom­mis­sa­riat “Bin­nen­markt”: Abbau von Markthindernissen.

Des­halb plant er der­zeit eine EU-Richtlinie, die alle Kom­mu­nen ver­pflich­ten soll, Was­ser­kon­zes­sio­nen euro­pa­weit aus­zu­schrei­ben. Welt­kon­zerne kön­nen so auf Kos­ten von Qua­li­tät, Preis und fai­ren Löh­nen die Divi­dende ihrer Aktio­näre aufhübschen.

Die EU-Bürgerinitiative “Was­ser ist ein Men­schen­recht” möchte Herrn Bar­nier gerne eine Alter­na­tive zum neo­li­be­ra­len Raub­bau an unser aller Gemein­wohl aufzeigen.

Betei­ligt Euch, bitte!

flattr this!

Veröffentlicht unter Demokratie, Politik, Umwelt, Verbraucherschutz | Hinterlasse einen Kommentar

Landtagswahl 2013, Niedersachsen

Wikimedia: User:BeatrixBelibaste (CC-BY-SA 3.0)

Wiki­me­dia: User:BeatrixBelibaste (CC-BY-SA 3.0)

Natür­lich bin ich ent­täuscht. Nie­der­sach­sen hat durch stra­te­gi­schen Wahlstimmen-Voodoo eine berech­tigt dahin­sie­chende Par­tei zum Wie­der­gän­ger gemacht. Und es hat zyni­scher­weise nicht ein­mal den beschwo­re­nen Erfolg gebracht!

Ich bin aber auch ernüch­tert: Sel­ber nicht vor Ort, konnte ich doch in mei­ner Twitter-Timeline das hohe Enga­ge­ment der Niedersachsen-Piraten mit­ver­fol­gen, die trotz Wet­ter ihre Bot­schaf­ten ins Volk tru­gen; lei­der offen­sicht­lich ohne Erfolg.

Stamm– und oft sogar Wech­sel­wäh­ler umstim­men zu wol­len, ist ver­pul­verte Ener­gie. Dass aber die unver­brauch­ten Pira­ten nicht mehr der 40,6% Nicht­wäh­ler an die Urne locken konn­ten, finde ich bedau­erns­wert. Das war mal unser Erfolgs­re­zept. Und da soll­ten wir wie­der dran arbeiten.

flattr this!

Veröffentlicht unter Politik, Realität | 2 Kommentare

Kontemplation II

Möbius-Schnecke

Wiki­me­dia: User:Fropuff (PD)

“Guten Abend, mein Name ist Irr­linde Schnöt­tel­böck, und wir…“
“Frau Schnöt­tel­böck?“
”… machen der­zeit eine Umfrage zum Kon­sum­ver­hal­ten der Bür­ger. Hät­ten Sie…“
“Frau Schnöt­tel­böck!“
”…wohl ein paar Minu­ten Zeit, sich…“
“FRAU SCHNÖTTELBÖCK!!!“
“Ent­schul­di­gung? Warum schreien Sie mich so an? Ich wollte doch…“
“Frau Schnöt­tel­böck, hier spricht Ihr Super­vi­sor!“
“Herr Klömm­köt­tel?!? Aber wieso…?“
“Das wollte ich Sie fra­gen! Wieso lan­den Sie hier in mei­ner Lei­tung?“
“Und wieso ist Ihre Num­mer in der Anruf­liste…?“
“Wenn ich das wüsste! Machen Sie wei­ter, ich frage mal in der Tech­nik nach!“
“Ja, mach…” [Klick]

“Guten Abend, mein Name ist Irr­linde…“
“FRAU SCHNÖTTELBÖCK!!!”

Ich liebe Anrufweiterleitungen.

flattr this!

Veröffentlicht unter Unterhaltung | Hinterlasse einen Kommentar

Schule, und so…

Luitpold-Realschule Wasserburg am Inn – Klassenzimmer

Wiki­me­dia: User:Webmaster_LGW (PD)

Ich bin fest davon über­zeugt, dass einige Men­schen bes­ser mit dem Kopf, dafür andere bes­ser mit den Hän­den und alle bes­ser mit dem Her­zen arbei­ten. Und ich denke, dass ein Bil­dungs­sys­tem das zwin­gend berück­sich­ti­gen muss.

Ebenso muss eine funk­tio­nie­rende Schule aber auch los­ge­löst von sozia­len Schich­ten auf­ge­schlos­sene, ver­ständ­nis­volle, sou­ve­räne, kri­ti­sche, ver­ant­wor­tungs­be­wusste, zuver­sicht­li­che und mün­dige Bür­ger her­vor­brin­gen. Inklu­sion und gemein­sa­mes Ler­nen in der Sekun­dar­stufe I halte ich für einen klei­nen Bau­stein in einem Bil­dungs­kon­zept, das das rea­li­sie­ren kann.

Das alt­her­ge­brachte Ein­trich­tern und Aus­kot­zen von redun­dan­tem Fak­ten­wis­sen sowie der bil­dungs­bür­ger­li­che Trieb nach “Sepa­ra­tion der Dum­men” ist genau nicht die Lösung unse­rer Bildungsmisere.

flattr this!

Veröffentlicht unter Gesellschaft, Schule, Werte | Hinterlasse einen Kommentar