PROUT: Letzte Aachener Tuchfabrik schließt

Webstuhl 1939 Tuchfabrik Müller

Wiki­me­dia: User:Imus_Eus (CC-BY 3.0)

Die Geschichte der Aache­ner Tuch­ma­che­rei geht zurück bis ins 12. Jahr­hun­dert. Über meh­rere Höhen und Tie­fen ist die Aache­ner Tex­til­in­dus­trie letzt­end­lich in der Bedeu­tungs­lo­sig­keit ver­schwun­den. In die­sem Jahr wird die letzte Aache­ner Tuch­fa­brik ihre Pro­duk­tion ein­stel­len. Kein Tuch mehr aus Aachen.

Es mag jetzt naiv sein, aus mei­nem Fai­ble für’s Weben her­aus, aber ich könnte mir gut vor­stel­len, im Sinne von PROUT eine Genos­sen­schaft zu gründen:

Aache­ner Tuche, gewebt von selbst­stän­di­gen Aache­ner Webern, mit Aache­ner Lei­nen (aus Aache­ner Flachs­an­bau), ver­kauft in Aache­ner Genos­sen­schafts­lä­den (und welt­weit); dazu Aus­bil­dun­gen, Prak­tika, Seminare…

Viel­leicht fin­den sich ja ein paar Unver­zagte, die mich unter­stüt­zen würden.

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Sneak Preview: Ziemlich beste Freunde

Eine wei­tere Perle des fran­zö­si­schen Films, basie­rend auf einer wah­ren Begebenheit:

Der arbeits­lose Driss wird vom Sozi­al­amt zur Bewer­bung als Kran­ken­pfle­ger des schwer­rei­chen, aber hals­ab­wärts gelähm­ten Phil­ippe genö­tigt: Fle­gel­haf­ter, schwar­zer Filou trifft auf dis­tin­gu­ier­ten, anges­nob­ten Schöngeist.

Für fast zwei Stun­den wir­belt Driss das Leben von Phil­ippe (sowie das sei­ner Fami­lie und Ange­stell­ten) gehö­rig durch­ein­an­der; mit flot­ten Sprü­chen, ent­waff­nen­der Ehr­lich­keit und einer saf­ti­gen Por­tion Schalk im Nacken.

Die unver­brauch­ten Gesich­ter, die offen­kun­dige Spiel­freude, die teils umwer­fende Situa­ti­ons­ko­mik und nicht zuletzt die lau­ni­gen Dia­loge sor­gen für einen kurz­wei­li­gen Kinoabend.

An die Sch’tis kommt Ziem­lich beste Freunde nicht ganz ran. Aber fast.

Kuck­be­fehl!

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Resümee und Ausblick

Gelbes Stiefmütterchen an Mauer

Wikimedia-User: 4028mdk09 (CC-BY-SA 3.0)

Das Jahr neigt sich, wie­der einmal.

An der Arti­kel­front ist es hier etwas ruhi­ger gewor­den in den letz­ten Wochen, geschul­det einer leicht ver­bes­ser­ten Auf­trags­lage, die ich hof­fent­lich so auch mit ins neue Jahr hin­über­ret­ten kann.

Für nächs­tes Jahr ste­hen bei mir einige alter­na­tive Pro­jekte an (neue Geschäfts­fel­der erschlie­ßen, zwei Roman­pro­jekte, ver­stärk­tes poli­ti­sches und gesell­schaft­li­ches Enga­ge­ment), für deren Ver­wirk­li­chung ich ver­mut­lich die Bauch­na­bel­bürste wei­ter­hin noch etwas stief­müt­ter­lich behan­deln muss. Min­des­tens ein Arti­kel pro Monat sollte aber drin sein.

Ach ja: Die neuen Arti­kel auf der Bauch­na­bel­bürste gibt’s viel­leicht ab dem­nächst auch als Epub-Datei zum Her­un­ter­la­den. Spiel­kram, aber ich will’s mal ausprobieren.

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Rezept: Überbackene Fusilli in Spinat-Tomatensauce

Küche mit Kachelofen, Kuchenmaistrey, Johannes Fischauer, Augsburg 1505

Wiki­me­dia: User:DieAlraune (gemeinfrei)

Heize den Back­ofen auf 200°C vor.

Nimm

  • 250 g Nudeln (Fusilli oder klein­ge­bro­chene Makkaroni)
  • 450 g Rahm­s­pi­nat (auf­ge­tau­ter Blockspinat),
  • 500 ml pas­sierte Tomaten,
  • 300 ml Gemü­se­brühe (ein Brühwürfel),
  • 200 g Schlag­sahne und
  • 200 g Feta (oder 2 Mozzarella-Kugeln).

Mische alles unter­ein­an­der und gieße es in eine fla­che Auf­lauf­form. Wenn Du den Moz­za­rella ver­wen­dest, schnib­belst Du den in Schei­ben und belegst die Nudel-Spinat-Tomaten-Sahne-Pampe damit. Feta ist aller­dings lecke­rer! Du brauchst auch nicht extra zu Wür­zen: Tomate ist ein Geschmacksverstärker.

Das Ganze gibst Du jetzt für 40 bis 50 Minu­ten in den vor­ge­heiz­ten Backofen.

Wenig Auf­wand, güns­tig, vege­ta­risch und lecker!

Guten Appe­tit!

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PostIdent: Feind hört mit!

"Feind hört mit", Postkarte, 1917

Wiki­me­dia: User:Sendker (gemeinfrei)

Der Wech­sel mei­ner Bank­ver­bin­dung steht an. Und weil mich die neue Bank noch nicht kennt, muss ich per PostIdent-Verfahren bele­gen, dass ich ich bin. Also mache ich mich auf zum Post­schal­ter, mit einer dump­fen Vorahnung…

“Darf ich Ihnen diese Bro­schüre mit­ge­ben? Wenn Sie jetzt ein Giro­konto bei uns eröff­nen, erhal­ten Sie einen Eröff­nungs­bo­nus. Die Kon­to­füh­rung ist …”

“Gute Frau, ver­mut­lich zwingt Sie die Angst um Ihren Job, mir das anzu­bie­ten. Des­halb mit der gebo­te­nen Höf­lich­keit: Nein, ich möchte kein Konto bei Ihnen eröffnen!”

Wer ist nur auf diese maxi­mal­be­scheu­erte Idee gekom­men, eine Kon­to­er­öff­nung durch einen ande­ren Finanz­dienst­leis­ter beglau­bi­gen zu lassen?

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Divergierendes Demokratieverständnis

Kleisthenes (570-507 v.Chr.)

© www.ohiochannel.org

Grie­chen­land steht vor einer gro­ßen Ent­schei­dung: Den Euro-Rettungsschirm in Anspruch zu neh­men und damit durch die auf­ge­zwun­ge­nen Spar­maß­nah­men die Sou­ve­rä­ni­tät über Haus­halt und Staats­ei­gen­tum zu ver­lie­ren. Oder zu ver­su­chen, aus eige­ner Kraft einen Weg aus der Krise zu finden.

Sich auf demo­kra­ti­sche Tugen­den besin­nend soll dazu das Volk befragt werden.

Dass das die wirt­schafts­ge­steu­erte, euro­po­li­ti­sche Elite in Schnap­pat­mung ver­setzt, ist klar. Was mir die­ser Tage aber von den selbst­er­nann­ten Qua­li­täts­me­dien (allen voran den öffentlich-rechtlichen Sen­de­an­stal­ten) an gleich­ge­schal­te­ter Mei­nungs­ma­che ent­ge­gen­schlägt, ist erschreckend.

Europa wird weni­ger durch einen grie­chi­schen Volks­ent­scheid gefähr­det, als durch das zwei­fel­hafte Demo­kra­tie­ver­ständ­nis der euro­päi­schen Füh­rer und ihrer Propaganda-Apparate.

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Was sie mit den Händen aufbauen…

…das schmei­ßen sie mit dem Arsch wie­der um!

Das Bun­des­amt für Ver­brau­cher­schutz und Lebens­mit­tel­si­cher­heit hat ein neues Por­tal gestar­tet: Aktu­elle Lebens­mit­tel­war­nun­gen.

Über­sicht­lich erfährt der geneigte Ver­brau­cher dort, vor wel­chen Lebens­mit­teln aktu­ell wegen wel­cher Gefah­ren in wel­chen Bun­des­län­dern gewarnt wird. Die Tabelle auf der Start­seite ist über­sicht­lich und nach Aktua­li­tät abstei­gend sor­tiert. Wei­tere Infor­ma­tio­nen sind über nur einen Klick einsehbar.

Ein lobens­wer­ter Schritt in Rich­tung Verbraucherschutz.

Aber: Es exis­tiert kein RSS-Feed und — der Ham­mer — die Tweets (immer­hin) kann man nur als regis­trier­ter Fol­lo­wer einsehen.

Liebe Leute: Wenn ich vor Glas­split­tern in mei­ner Mar­me­lade gewarnt wer­den möchte, dann doch bitte als Rund­sen­dung für alle, nicht aus­schließ­lich als Clubmitglied!

LMWarnung Tweets sind geschützt!

Twit­ter: @LMWarnung, Screen­shot, 21.10.2011

Edit: Wow, prompt auf meine Anfrage rea­giert… lie­bes Minis­te­rium: Ich bin baff!

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Rome, Sweet Rome

"Rome, Sweet Rome", Movie Teaser Poster (Reddit-User StabYourFace)

© Reddit-User “StabYourFace”

Der letzte Count­down, Reloa­ded:

Auf dem sozia­len Con­t­ent­sam­mel­dienst Red­dit tauchte die Frage auf, wie sich ein moder­ner Kampf­ver­band gegen die etwa 30 Legio­nen des römi­schen Kai­sers Augus­tus schla­gen würde. Der User Prufrock451 skiz­zierte dar­auf­hin, unter­stützt durch die Com­mu­nity, eine Woche im All­tag der fik­ti­ven 35th Marine Expe­di­tio­nary Unit, die sich plötz­lich in früh­rö­mi­scher Kai­ser­zeit wiederfindet.

War­ner Bros. kaufte sich prompt die Rechte, um das Ganze auf die Lein­wand zu brin­gen.

Und jetzt wird es inter­es­sant: Wer besitzt eigent­lich ursprüng­lich die Rechte? Prufrock451 als Ide­en­ge­ber, die Com­mu­nity als Sup­por­ter, Red­dit gemäß AGB?

Ein sehr anschau­li­ches Dilemma, dem CC-BY-NC wohl abge­hol­fen hätte.

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Tauschen statt kaufen: Tauschticket.de

Tauschbörse für Bücher, DVDs, Musik, Spiele u.v.m.

© Tauschticket.de

Hat jemand aus der geneig­ten Leser­schaft in letz­ter Zeit ein­mal ver­sucht, seine für nicht auf­he­bens­wert befun­de­nen Bücher gegen gutes Geld wie­der ans Volk zu brin­gen? Die Preise für gebrauchte Tri­vi­al­li­te­ra­tur sind im Kel­ler; fast schlim­mer als bei Neuwagen.

Nor­ma­ler­weise spende ich meine abge­leg­ten Bücher des­halb der Stadt­bi­blio­thek, die die spä­ter am lau­fen­den Meter für kleine Marie verscherbelt.

Zufäl­lig stieß ich neu­lich auf Tauschticket.de: Hier kann man alles gegen alles tau­schen. Tausch­wäh­rung sind besagte Tausch­ti­ckets. Es fal­len nur Porto und eine geringe Tausch­ge­bühr an. Ich bin recht angetan.

Wer es aus­pro­bie­ren und mir dabei etwas Gutes tun möchte: Bitte hier lang.


Dis­clai­mer: Bevor jemand fragt… nein, das hier ist kein bezahl­ter Arti­kel. Ich finde das Kon­zept sexy.

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Erdmöbel

Venzone Dom Friedhofskapelle Mumie

Wiki­me­dia: User:Joadl (CC-BY-SA 3.0)

Da liegt er nun, kalt und schick­lich geord­net, unter einem Tuch aus hand­ge­web­tem Lei­nen bes­ter Qua­li­tät. Das Edel­holz­ge­wölbe dicht über ihm zie­ren fili­grane Schnit­ze­reien, die Außen­wand besticht durch auf­wän­dige Intar­sien: Skiz­zen eines erfüll­ten, aber durch­aus umstrit­te­nen Lebens.

Bes­ter Wol­ga­kie­sel deckt den Sarg, grobe Kie­sel unten, nach oben hin die fei­nen; gibt der Sarg dem Druck nach, folgt das Erd­reich dar­über nur lang­sam. Und doch fin­den Was­ser und Getier den Weg sehr leicht zu Holz und Leichnam.

Zum Abschluss gute Mut­ter­erde, durch­setzt mit bes­tem schot­ti­schen Torf, der ansons­ten nur für das Befeu­ern edels­ter Whis­kys gesto­chen wird.

Über die Toten nur Gutes.

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