Zensur ist scheiße

Clemente (Public Domain)

Clemente (Public Domain)

Apple hat in 2014 eine Technologie entwickelt, die Schimpfworte in Audiostücken durch Ausblenden, Wegpiepsen oder moralverträgliches Ersetzen zensiert.

Der Apple-eigene Musikstreaming-Dienst „Beats 1“ nutzt diese Technik, um den geneigten Hörer vor „explicit lyrics“ zu schützen. Apple selber gedenkt, Sex-Szenen und Flüche in Audiobooks zu entschmuddeln.

Abgesehen davon, dass Apple den Kunden seine überkommenen Moralvorstellungen aufdrängt und es ganz schnell in politische Zensur abrutschen kann (beispielsweise „Entschärfen“ von Kabarett- oder Aufklärungs-Podcasts), sind wir in Deutschland nicht wesentlich weiter:

Im gebührenfinanzierten WDR-Radio etwa entscheiden Programmchefs darüber, nur die „sauberen“ Radio-Edits von Stücken mit unmissverständlichen Texten zu senden.

Unsere Gebühren bei der Arbeit.

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Safer Internet Day am 09.02.2016

Screenshot 1 (CC-BY-SA)

Screenshot 1 (CC-BY-SA)

Pünktlich zum Safer-Internet-Day erreicht mich ein Schmankerl in Form einer Phishing-Email, die ich gerne mit Euch teilen möchte:

Das HTML-Layout der Mail sieht auf den ersten Blick glaubwürdig nach Amazon aus. Die Anrede ist korrekt, meine Email-Adresse ebenfalls (die ist aber wegen ihres Alters mittlerweile eh weltweit allen Internet-Halunken bekannt). Das Fehlerteufelchen war hingegen sehr fleißig.

Screenshot 2 (CC-BY-SA)

Screenshot 2 (CC-BY-SA)

Die vermeintliche Sicherheitsabteilung mit dem Absender „sicherheit@amazom.de“ (diese Vertipper-Domain führt tatsächlich zu Amazon) möchte meine Daten abgleichen. Der Link dazu leitet dann allerdings über eine Kurz-Adresse auf eine augenscheinliche Amazon-Eingabemaske, gleichwohl unter einer sehr fragwürdigen Domain (siehe Screenshots).

Schau hin, was Dein Browser macht!

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Plutos Berge

Image Credit: NASA-JHUAPL-SwRI

Image Credit: NASA-JHUAPL-SwRI

Wie kommt die NASA eigentlich darauf, dass ein Berg auf Pluto 3300 m hoch ist? Da misst ja niemand „Luftdrücke“ oder latscht mit Nivellierungsgerät oder Winkelmesser durch die Gegend. Alles, was man hat, ist ein aus mindestens 12500 km geschossenes Foto mit einem Berg…

Das ist tatsächlich simple Trigonometrie, verpackt in Sonden-Hightech und Rechenpower:

Die Wissenschaftler kennen die Position der Sonde zu Plutos Oberfläche und sie berechnen, in welchem Winkel die Sonne über Plutos Horizont scheint. Der Rest ist schlicht Schattenpixel zählen.

Falls das mal jemand mit dem Mond versuchen möchte: Hier gibt es eine anschauliche Anleitung dazu. Viel Spaß.

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Rückblende 2.0

Das Netz hält für geschichtlich Interessierte durchaus spannende Unterhaltung parat.

Beispielsweise die erste Mondlandung im Juli 1969. Die Simulation „First Men on the Moon“ visualisiert packend und in Echtzeit die letzten 18 Minuten der Landung von Apollo 11.

Auf Twitter gab es zum 100. Jahrestag des Unterganges der Titanic eine minutengenaue „Liveschalte“, die sich 2013 und 2014 wiederholte. Im Twitter-Account @TitanicRealTime kann man es noch nachlesen. Und der Account @RealTimeWWII vertwittert zeitsynchron die Weltkriegsereignisse von 1943 bis 1945.

Freunde des Wettrennens zum Südpol in 1910 sind hier gut aufgehoben, und eine Visualisierung aller nuklearen Explosionen bis 1998 findet sich hier.

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Wer Sorgen hat, hat auch Likör

Bundesarchiv, Bild 183-51875-0003 / CC-BY-SA

Bundesarchiv, Bild 183-51875-0003 / CC-BY-SA

Laut Statistischem Landesamt NRW starben in 2013 durch Drogenkonsum 3195 Menschen. Die Anzahl der NRW-Drogentoten sinkt zwar seit Jahren, aber der Schnitter holt sich jedes Jahr deutlich mehr Seelen durch Alkohol als durch andere Drogen.

Auf einen Toten durch „psychotrope Substanzen“ oder Betäubungsmittel kommen etwa neun Alkoholtote. Und trotzdem ist Alkohol weiterhin frei in Supermärkten, Kiosken oder Feinkostläden verfügbar.

Und die reaktionäre und lobbygesteuerte Drogenpolitik lässt das auch weiterhin zu; das und die fortdauernde Ächtung des im Vergleich zu Alkohol harmlosen Cannabis. Während sich Alkoholtrinker also legal entleiben können, sind Gelegenheitskiffer kriminell.

Immer schön, wenn man seine Prioritäten klar hat.

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Deutsches Auswandererhaus Bremerhaven

Deutsches Auswandererhaus Bremerhaven

Eigenes Werk
(2015, CC-BY-SA 4.0)

Vertreibung und Flucht vor Krieg, Verfolgung und Armut… wer das einmal aus Sicht deutscher und europäischer Auswanderer der letzten beiden Jahrhunderte nachfühlen möchte, dem empfehle ich einen Besuch im Deutschen Auswandererhaus in Bremerhaven.

An sechzehn aufwändig gestalteten Stationen gibt es viel zu sehen, lesen und hören. Etwa die „Galerie der 7 Millionen“, die chronologisch geordnet viel über die wechselnden Ursachen der Auswandererwellen erzählt. Oder die Verhältnisse während der Überfahrt in der „dritten Klasse“. Oder die Ankunft auf Ellis Island und wie es war, wenn die Behörden einen zurückgeschickt haben…

Wer drei bis sechs Stunden Zeit in Bremerhaven übrig hat: Besuchbefehl!

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Bestandserhaltungsniveau, oder: Warum wir mehr Zuwanderung brauchen

Dt. Fotothek: Waage, Walther Hermann Ryff, 1547

Dt. Fotothek: Waage (Wikimedia, gemeinfrei)

Bei fortbestandsorientiertem Sex genügt ein einziges Kind natürlich nicht, um die Bevölkerungszahl zu erhalten. Zwei Eltern, zwei Kinder: So würde es sich rechnen.

Um aber beispielsweise auch bestandsgefährdendes Frühableben auszugleichen, müsste jede Frau in ihrem Leben 2,1 Kinder zur Welt bringen. Das Statistikdeutsch bezeichnet diesen Wert als Bestandserhaltungsniveau (oder gruseliger: Nettoproduktionsrate).

Seit Anfang der 1970er Jahre liegt dieser Wert in Deutschland darunter. Bei deutschen Frauen beträgt er aktuell weniger als 1,4 und bei ausländischen Frauen weniger als 1,6 (also nur unwesentlich höher).

Wir alle (Deutsche und Ausländer) schaffen es in Deutschland derzeit also nicht einmal gemeinsam, den Status-Quo zu halten…

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Das Jahr ist rum

Feuerwerk

flickr: Wiennat (CC-BY-SA 2.0)

Kurz war’s, das Jahr 2014. Hier im Blog ist bis auf wenige Beiträge tatsächlich nicht viel passiert. Untätig war ich deswegen aber nicht, denn seit September blogge ich an anderer Stelle intensiv über meine politische Arbeit in den Schulausschüssen in Stadt und StädteRegion Aachen.

Das und die entspannte Auftragslage lassen mich diesen Blog fast sträflich vernachlässigen. Aber verzaget nicht: Ich habe noch einige angefangene Beiträge im Köcher, die fertigzustellen ich einfach nur mal die Zeit finden muss.

Ich wünsche allen Lesern der Bauchnabelbürste entspannte Feier- oder Verschnauftage (je nach Dogma) und einen geschmeidigen Einstieg ins neue Jahr.

Wir lesen uns!

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Stell Dir vor, wir landen auf einem Kometen, und keiner kriegt’s mit.

Comet 67P on 22 August 2014 NavCam

ESA/Rosetta/NAVCAM
CC BY-SA IGO 3.0

Wirtschaft und Politik fordern lautstark eine umfassende MINT-Förderung (Neusprech für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik). Schon im Kindergarten will man die lieben Kleinen an diese Themen heranführen, um so dem Untergang unserer aufgeklärten Zivilisation entgegenzutreten.

Heute, nach einer zehnjährigen Reise von mehr als 6,5 Milliarden Kilometern Strecke landet die Sonde „Philae“ in mehr als 500 Millionen Kilometern Entfernung auf einem fast 19 km/s schnellen, weniger als 50 km³ großen Quietscheentchen.

Die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender verfolgen die Vorgänge… live im Spartensender 3sat (2009: 1,1% Marktanteil) und versteckt im HR-Fernsehen.

Mögen Euch beim nächsten ARD-Brennpunkt „Schnee im Winter“ die Lippen am Mikro festfrieren!

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Tortenshow 2014: Im Auftrag des Herrn unterwegs

Hei­kes Werk ;-) (CC-BY-SA-NC)

Hei­kes Werk 😉 (CC-BY-SA-NC)

Nach dem Erfolg von 2012 und einer Schaffenspause schien ein Wettbewerbsthema der diesjährigen Tortenshow in Hamburg wie geschaffen für eine Teilnahme: Berühmte Filme. Da sollte sich doch etwas draus machen lassen…

Im Vergleich zu vor zwei Jahren schien uns in diesem Jahr die Qualität der Schaustücke leicht geringer. Und auch die Besucherströme waren eher überschaubar. Vermutlich ist das der höheren Anzahl an Wettbewerben geschuldet, die mittlerweile allüberall stattfinden. Schade eigentlich, denn Organisation und Angebot der Tortenshow sind wirklich einwandfrei.

Nichtsdestotrotz waren auch dieses Mal wieder schwer beeindruckende Torten am Start. Und ein Erfolg für die Blues Brothers war es obendrein.

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